Mein Brief über die Möglichkeit etwas für die Betroffenen des Krieges zu tun

Berlin, 18. Februar 2015

Die schlechten Nachrichten aus dem Osten der Ukraine reißen nicht ab. Dennoch wissen wir sehr wenig darüber, was an den Orten geschieht, in denen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter gekämpft wird.

Ich schreibe heute über Debalzewo, einen der Brennpunkte dieses Krieges, eine Stadt, in der ich mehrfach war und in der ich Freunde und Bekannte habe.

Ich weiß, dass die Bewohner dieser Stadt unter permanenter Bedrohung leben und keinen Ort haben, an dem sie sich vor dem Beschuss schützen können.

Ich weiß, dass Kosaken in die „eroberten“ Stadtviertel kommen und sich in Wohnungen einquartieren, die von den Bewohnern vorübergehend verlassen wurden.

Ich weiß von sehr vielen Menschen, die ihre Wohnungen für immer verloren haben. Was wird aus ihnen? Wo suchen sie Schutz? Wie überleben sie?

Meine Augen hängen am Nachrichtenticker.

Die Evakuierung der Bevölkerung, die Rettung jener, die bereit sind, die unter Beschuss liegenden Territorien zu verlassen, muss im Moment vorrangige Aufgabe der Ukraine und Europas sein. Noch sind es oft private Initiativen und Menschenrechtsorganisationen. Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens die Bürger Debalzewos, die Familien und Kinder in Privatautos evakuieren.

Im Februar fahre ich in die Ukraine, um die „Östliche Menschenrechtsgruppe“ zu unterstützen, die auf Ukrainisch kontrolliertem Gebiet im Donbass aktiv ist. Ihre Gründer mussten Debalzewo wegen des Krieges verlassen. Es sind junge Menschenrechtler und Gewerkschaftler. Bewohner des Donbass, die die Situation im Frontgebiet kennen. Die Östliche Menschenrechtsgruppe hat in den letzten Wochen systematisch Personen evakuiert. Sie können noch mehr tun, wenn wir sie finanziell unterstützen.

Die Spenden, die ich der Gruppe persönlich überbringen werde, sind bestimmt für:

- Evakuierung aus Debaltsevo und den an die Stadt angrenzenden Frontabschnitten.

- Individuelle Hilfe für Menschen, deren Häuser gesprengt, deren Eigentum verloren ist und die ihre Städte und Dörfer jetzt schnell verlassen müssen.

Spendenkonto (leider, temporär mein eigenes):

Ievgeniia Bielorusets

BSC:  10050000

Bank: Landesbank Berlin - Berliner Sparkasse

Kontonummer 1062697770

IBAN: DE94100500001062697770

BIC: BELADEBEXXX

Betreffzeile: Hilfe für Debalzewo